8. Dezember 2023 | Anmelden
 
 

Hilfe auf allen Kanälen

Das sachsMedia-TeamChemnitzer Medieninformatiker zeigen vom 1. bis 5. März 2011 auf der CeBIT, wie Redakteure und Medienproduzenten Zeit und Aufwand für ihre Produktionen reduzieren können

Fernsehproduktionen gelangen heute über drei wesentliche Kanäle zum Betrachter: klassisch mit dem Fernsehgerät, über Webseiten mit Videoplayer, oder durch entsprechende Applikationen („Apps“) auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. „Die Medienübertragung und -nutzung unterliegen dabei einem starkem Wandel“, schätzt Prof. Dr. Maximilian Eibl, Inhaber der Professur Medieninformatik der Technischen Universität Chemnitz, ein. Fernsehen werde mit dem Internet am Bildschirm verheiratet und dadurch interaktiv und inhaltlich angereichert. „Quasi jedes Medienunternehmen unterhält mittlerweile ein Online-Medienangebot zum Abruf von Inhalten, die technisch und redaktionell aufbereitet werden müssen“, sagt Eibl. Dies bringt jedoch einen enormen Mehraufwand für Medienanbieter mit sich, die verschiedene Informationskanäle speisen.

Dafür haben die Medieninformatiker der TU Chemnitz im Rahmen des Projektes „sachsMedia“ eine Lösung entwickelt, die an mehreren Stellen der Prozesskette ansetzt und von der inhaltlichen Vorbereitung, über die Aufzeichnung, Live-Ausstrahlung und redaktionelle Aufbereitung bis hin zur Wiederverwendung reicht. Zum ersten Mal werden die sachsMedia-Tools vom 1. bis 5. März 2011 auf der CeBIT in Hannover präsentiert.

Bereits im Moment der Live-Ausstrahlung bieten alle drei Kanäle den Zuschauern Möglichkeiten, parallel zum Videokonsum Kommentare, Statements oder Zusatzinformationen zu hinterlassen. „Nutzerkommentare aus sozialen Netzwerken wie Twitter lassen sich Videobeiträgen und deren Inhalten zuordnen und bilden damit bereits eine beschreibende Datenquelle“, erläutert Eibl. In der später einsetzenden erstmaligen redaktionellen Aufbereitung sorgt die TV- oder Online-Redaktion für eine Qualitätssteigerung von Videobeiträgen – etwa durch Schnitt, Neukombination und inhaltliche Komprimierung. Sehr hilfreich können künftig dabei szenenweise textliche Beschreibungen zum Inhalt und den Video-Aufbau sein, die von der Chemnitzer Lösung automatisch erstellt werden. „Die redaktionelle Arbeit erfolgt nicht ausgehend vom Stande Null, sondern der Redakteur kann sich verstärkt auf die Qualitätskontrolle der Annotation konzentrieren“, sagt Eibl.

Auch im Falle von Zweitverwertungen helfen die sachsMedia-Tools. Videobeiträge können einfacher im Archivsystem recherchiert werden. „Statt frische Aufzeichnungen machen zu müssen, können bei einer Beitragserstellung im Schnittstudio bequem Archivszenen eingebunden werden, die mit unseren Tools überhaupt erst auffindbar gemacht werden können“, versichert Eibl. Redakteure und Medienproduzenten erleben folglich auch hier eine Zeit- und Aufwandsersparnis. „Auch Hersteller von Produktions-, Schnitt- und Archivsystemen können die neuartigen Mechanismen zur Inhaltsanalyse in ihre Abläufe einbinden und diese effizienter und reichhaltiger umsetzen“, sagt Eibl.

Die Forscher erläutern in der Halle 9 am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ (Stand D04), wie an verschiedenen Stellen der Prozesskette maschinell beschreibende Informationen gewonnen werden, die für weitere Schritte nützlich sind. Zudem bieten sie interessierten Medienunternehmen einen Testzugang zum Analysesystem.

 

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Projektgeber
Projektnehmer
Technische Universität Chemnitz sachsMedia ist eine Initiative der Professur Medieninformatik der TU Chemnitz
Kontakt
Dipl.-Inf. Jens Kürsten
Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Informatik
Professur Medieninformatik
Straße der Nationen 62
09111 Chemnitz