21. April 2018 | Anmelden
 
 

Forschungsziele

Mit 60 Fern­seh­sen­dern sind 30% der bun­des­deut­schen Sen­der für Lokal­fern­se­hen in Sach­sen ansäs­sig. Ins­ge­samt sind die neu­en Län­der mit 165 Sen­dern deut­lich dich­ter abge­deckt als die alten Bun­des­län­der mit 37 Sen­dern.

Die Lokal­sen­der über­neh­men oft­mals Auf­ga­ben der Infor­ma­ti­ons­ver­sor­gung, denen der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk nur unzu­rei­chend nach­kom­men kann. Der Mit­tel­deut­sche Rund­funk (MDR) bei­spiels­wei­se deckt gleich drei Bun­des­län­der — Sach­sen, Sach­sen-Anhalt und Thü­rin­gen — ab und stellt für Infor­ma­tio­nen aus Sach­sen gera­de eine hal­be Stun­de Sen­de­zeit pro Tag zur Ver­fü­gung. Laut lang­jäh­ri­gen Media­un­ter­su­chun­gen hat sich das Lokal­fern­se­hen im Wett­be­werb um die loka­len und regio­na­len Inhal­te den Platz hin­ter der Tages­zei­tung und noch vor den Lokal­ra­di­os, Wochen­blät­tern und loka­len Inter­net­an­ge­bo­ten erkämpft. Jetzt steht das Lokal­fern­se­hen an einer exis­ten­ti­el­len Umbruch schwel­le, wobei hier gleich meh­re­re Fak­to­ren auf­ein­an­der tref­fen:

Pro­blem­feld 1:

Die in den letz­ten Jah­ren in allen Medi­en­be­rei­chen ein­ge­bro­che­nen Wer­be­ein­nah­men erfor­dern vom Lokal­fern­se­hen Ratio­na­li­sie­rungs­maß­nah­men. Um Arbeits­plät­ze zu erhal­ten und gleich­zei­tig Wer­be­ein­nah­men zu stei­gern, muss bei stei­gen­der Qua­li­tät güns­ti­ger pro­du­ziert wer­den. Hier­für wer­den sen­der­über­grei­fend koope­ra­ti­ve Struk­tu­ren bei der Pro­duk­ti­on von Sen­dun­gen sowie gut archi­vier­te und leicht recher­chier­ba­re Samm­lun­gen von Sen­de­ma­te­ri­al benö­tigt. Netz­ba­sier­te Pro­duk­ti­ons­struk­tu­ren und Video­ar­chi­ve mit intel­li­gen­ten Such­me­cha­nis­men sind not­wen­dig. Die Pra­xis zeigt, dass beson­ders der Retrie­valas­pekt (Auf­fin­den abge­leg­ter Medi­en) star­kes Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al auf­weist.

Pro­blem­feld 2:

Bis zum Jahr 2010 muss das momen­tan noch auf ana­lo­ger Basis sen­den­de Lokal­fern­se­hen den Umstieg auf Digi­tal­fern­se­hen (DVB-C, DVB-T) geschafft haben. Die­ser Umstieg ist für die Anbie­ter von Lokal­fern­se­hen auf Grund des hohen tech­no­lo­gi­schen Anspruchs und der Kos­ten nur im Ver­bund zu schaf­fen. Ver­bes­ser­te Struk­tu­ren und Metho­den sol­len hel­fen, den Umstieg  zu ermög­li­chen.

Pro­blem­feld 3:

Neben der Aus­strah­lung als klas­si­sches Fern­se­hen wächst die Bedeu­tung einer Aus­strah­lung über das Inter­net und ande­rer, z.B. mobi­ler Medi­en (DVB-H, DMB). Bei einem zuneh­mend orts­un­ab­hän­gi­gen Medi­en­kon­sum wer­den loka­le Inhal­te immer stär­ker nach­ge­fragt. Das bedeu­tet für das Lokal­fern­se­hen auf­grund der klein­zel­li­gen Struk­tur stär­ke­re Umstel­lun­gen als für die gro­ßen Fern­seh­an­stal­ten. Inhal­te müs­sen für Inter­net-Strea­ming, mobi­le Anwen­dun­gen und klas­si­sche TV-Gerä­te auf­be­rei­tet wer­den. Das erfor­dert ent­spre­chen­de medi­en­spe­zi­fi­sche Dis­tri­bu­ti­ons­me­tho­den.

Die For­scher­grup­pe ist so aus­ge­rich­tet, dass die spe­zi­fi­schen – für sich genom­me­nen sehr hete­ro­ge­nen – For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­ble­me der koope­rie­ren­den Fir­men modul­ar­tig behan­delt wer­den. Die Fir­men wer­den durch die Exper­ti­se der For­scher­grup­pe über eine For­schungs­hür­de gebracht, die sie allein nicht bewäl­ti­gen könn­ten.

 
 
Projektgeber
Projektnehmer
Technische Universität Chemnitz sachsMedia ist eine Initiative der Professur Medieninformatik der TU Chemnitz
Kontakt
Dipl.-Inf. Jens Kürsten
Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Informatik
Professur Medieninformatik
Straße der Nationen 62
09111 Chemnitz